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Schon 57 Jahre im Dienst der guten Sache

Von Christina Hinrichs

Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich, sprich, sie machen sich freiwillig und vollkommen unentgeldlich  in den unterschiedlichsten Institutionen nützlich. Eine von ihnen ist Erika Pichler aus Elsfleth. Seit fast 60 Jahren ist die 78-jährige aktives Mitglied beim Deutschen Roten Kreuz.


Elsfleth. Erika Pichler ist in Elsfleth „so bekannt wie ein bunter Hund“, wie man so schön sagt. Sie selbst hört das gar nicht so gern, aber wenn man so lange für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor Ort ist, „bleibt das wohl nicht aus“, wie sie selber sagt.  Seit fast 60 Jahren steht die gebürtige Schlesiererin im Dienst des DRK. Ihren jüngsten Einsatz absolvierte sie vor einer Woche beim Morriemer Masters.

1946 als Vertriebene in die Wesermarsch gekommen
Geboren als jüngstes von drei Kindern führt ihr Weg als Vertriebene 1946  in die Wesermarsch. „Zunächst nach Moorriem“, erinnert sie sich. Von dort zieht die Familie nach Oldenbrok und die kleine Erika besucht das Gymnasium in Brake. „Mein Vater war zu der Zeit noch in Kriegsgefangenschaft, meine Mutter zog uns drei allein auf,“ erinnert sie sich. Kein leichtes Unterfangen, zumal das Geld für Schule, Bücher und Fahrtkosten für die Mutter kaum aufzubringen ist.
Erika Pichler verläßt das Gymnasium nach der Mittleren Reife und beginnt eine Ausbildung. „Zur Arzthelferin“, würde man heute sagen. Damals gibt es diese Berufsbezeichnung jedoch noch nicht. „Ich besuchte eine Fachschule in Hamburg zur Kaufmännisch-Praktischen Arzthelferin“, erzählt sie. Und beginnt im Anschluss daran auch gleich bei einem Gynäkologen in Brake.
Erika Pichler heiratet, „einen Kapitän aus Südtirol“, erzählt sie. Da die beiden eine Familie gründen und zusammen sein wollen, legt der junge Familienvater die Seefahrt vorerst auf Eis und beginnt als Ausbilder an der Schiffsjungenschule in Elsfleth. „Wir verdienten damals nicht gut“, sagt Erika Pichler, und nimmt eine Stelle in der Buchhaltung beim Omni Pac an. Während ihr Ehemann inzwischen als Dozent an die Seefahrtschule wechselt, kommen 1964 und 1969 die beiden Kinder zur Welt. Zu jener Zeit ist Erika Pichler längst beim DRK aktiv. „Es muss 1960 gewesen sein“, erinnert sie sich. Damals sei sie gefragt worden, ob Interesse an einem Erste-Hilfe_Lehrgang besteht. Sie nimmt teil. Und an den achtwöchigen Kurs schließt sich direkt der Sanitätshelferlehrgang an. „Seiher bin ich engagiert dabei“, sagt Erika Pichler. Steckt Herzblut in die Arbeit, Was so weit gehe, „dass selbst meine Tochter und die Enkel Rot-Kreuz-geschädigt sind“. Letzteres verstehe sich als humoreske Floskel, wobei – Spaß beiseite – auch die genannten Familienmitglieder tatsächlich aktive Mitglieder waren und zum Teil auch heute noch sind.

Mütterverschickung
begleitet und organisiert
Bis 1964 agiert Erika Pichler als „normale Helferin“. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem  sich die damalige Leiterin zur Ruhe setzt. „Ab da übernahm ich die Organisation und Begleitung der sogenannten Kinder- und Mütterverschickung“, erzählt sie. „Die Familien  hatten damals viele  Kinder und wenig Geld“. Die Männer arbeiten auf der Werft, während sich die oftmals überforderten Mütter um die Kinder, den Haushalt und den Garten kümmern.  Da kommt sie viel herum in Elsfleth und umzu, sammelt die notwendigen Gelder für die Kuren ein, packt an Weihnachten Päckchen und Pakete für Bedürftige und bringt sie anschließend persönlich, teils mit dem Fahrrad, zum Empfänger nach Hause. Hinzu kommen die Sanitätsdienste am Wochenende auf den zahlreichen Veranstaltungen oder bei Einsätzen. „Ich hatte Glück“, schildert sie ihre Erlebnisse, „hatte keine traumatischen Erlebnisse in all den Jahren“.

Sehr gutes Verhältnis zur
Stadt Elsfleth
Als überaus gut bezeichnet Erika Pichler das Verhältnis zwischen dem DRK und der Stadt Elsfleth. „Wir erfahren da in jeder Hinsicht Unerstützung“. 1970 hat sie den bis heute bestehenden Seniorenclub des DRK aus der Taufe gehoben, und auch der Bastelclub und die Seniorenturngruppe findet ihre Unterstütung.  Ganz besonders liegt ihr allerdings nach wie vor die Blutspende am Herzen. „Sie ist und bleibt lebensnotwendig“, sagt sie. „Wir leben von den Wiederholern, insbesondere von den Studenten der Fachhochschule“. Einer der Dozenten sei ein begeisterter Spender und fordere seine Studenten immer wieder zur Spende auf, „sehr zu unserer Freude“.
Erika Pichler lacht verschmitzt. Und bittet an dieser Stelle nachdringlich um Neuspender. „Und wo wir schon einmal dabei sind: auch um weitere ehrenamtliche Mitglieder, die sich beim DRK aktiv engagieren möchten“. Natürlich ist sie auch offen für bewegungshungrige Senioren, die nebenbei Lust zum Basteln und Kaffeesieren haben. Und dann lacht sie wieder. „Klappern gehört zum Handwerk“.  Recht hat sie. Und sicherlich den vollen Respekt und die Anerkennung aller, die ihre Geschichte nun lesen oder längst kennen. 


Artikel vom 08.02.2019

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