Werbung im Wesermarsch am Sonntag: Preisliste · Kleinanzeigen Rund um Ihre Zustellung · Kontakt · Impressum
    16.12.2018 - 19:44 Uhr

  

Die neue Mensa mit Beamer dient aber nicht nur, um den Hunger zu stillen. Sie soll zugleich als Multifunktionsraum fungieren und für Dienstbesprechungen, Konferenzen, Jahrgangsversammlungen und andere...

weiterlesen...

 
Wesermarsch. In 18 Schützenvereinen und dem TV Seefeld mit der Bogensparte wird in der Wesermarsch Schießsport betrieben. Herausragend werden die Vorgaben, die zum einen der Gesetzgeber geschaffen hat...

weiterlesen...

 

 „Den Menschen ihr
 Gesicht zurück geben“

Von Christina Hinrichs

 Seit über einem Jahr ist die Friseurmeisterin Birgit Miller aktives Mitglied der Barber Angels Brotherhood. Einer Instituion von Friseuren, die obdachlosen und hilfebedürftigen Menschen kostenlos die Haare schneidet und Hygieneartikel verteilt.


Auch Birgit Miller trägt die Kutte der Barber Angels, einem Symbol ihrer Gemeinsamkeit.

Nordenham. Begegnet ist sie den  Barber Angels vor einem Jahr auf der Hair & Beauty in Düsseldorf, einer der größten internationalen Messen Europas. Ausgerechnet dort, wo sich alles ums typgerechte Styling und den vermeintlich schönen Schein dreht,  laufen ihr die „Friseur Engel“, wie sie zu deutsch heißen, über den Weg. „Ich habe direkt nachgefragt,“ erzählt Birgit Miller. Sie habe wissen wollen, um was es bei dieser Aktion geht. „Die aktiven Mitglieder sind an ihrer Kutte mit Patch zu erkennen, der wiederum die Herkunft kennzeichnet. Seitdem bin ich dabei“, sagt die Friseurmeisterin aus Nordenham, die seit über 20 Jahren einen Salon in Abbehausen betreibt. Gegründet wurde der Club Barber Angels Brotherhood 2016 von Claus Niedermaier, einem Friseur aus Biberach, seit 2017 gilt er offiziell als eingetragener Verein. Seither sind die  Barber Angels mit über 200 Mitgliedern bundesweit alle 14 Tage im Einsatz und geben Obdachlosen und anderen Bedürftigen durch kostenlose Bart- und Haarschnitte „ihr Gesicht zurück“. „Kürzlich haben wir die Aktion an der Methodistischen Kirche in Bremen Nord angeboten“, erzählt Birgit Miller. Zwischen 80 und 100 Leute seien gekommen, Männer und Frauen, die in erster Linie zum Essen kommen. Sowohl die Leute von der Tafel als auch die Suppen-Engel verköstigen die Menschen mit warmem Essen. „Wenn man mal gesehen hat, wieviel Futterneid unter den Bedürftigen herrscht, weiß man um deren Hunger“, sagt Birgit Miller. Angestellte und Chefs diverser Salons aus Bremen und Umzu gehen während so einer Aktion ans Werk. Schneiden Haare und Bärte der Männer, verteilen Pflegemittel, die unter anderem aus Sachspenden von Rossmann zusammen kommen, und reden. Reden über alles Mögliche. Hören Geschichten, die das Leben geschrieben hat. Schicksalsschläge, die unverhofft zuschlugen und dazu führten, ein Leben auf der Straße zu führen. „Ich bin häufig betroffen“, erzählt Birgit Miller.  „Die Geschichten der Menschen dort gehen  mir unter die Haut.“ Alle Nationalitäten seien vertreten, alle Berufsgruppen, „selbst ein ehemaliger Ingenieur von Airbus hat das Schicksal hierher gebracht“. Beleg dafür, dass niemand vor einem sozialen Abstieg gefeit sei. 
Für Birgit Miller und ihre Mitstreiter ist die Hilfe am Menschen selbstverständlich. „Wir sehen die Leute als Gäste an“. Nach der Haarpflege sähen sie wieder menschlich aus, bekämen damit ein Stück ihrer Würde zurück. Eine Hemmschwelle im Hinblick auf die Hygiene gibt es für die Barber Angels übrigens nicht. „Alle kommen mit gewaschenem Haar“, betont Birgit Miller. Und für die, die keine Gelegenheit zum Haare waschen hatten, gebe es die  medizinischen Duschhauben, ebenfalls durch Spendengelder finanziert.
„Wenn das Gros der Bevölkerung wüsste, wie viel Armut es hier gibt“, sagt Birgit Miller. „Ich kann gerne geben, freue mich, wenn die Menschen helfen“. Auch ihr Partner sei schon als Orga-Engel dabei gewesen, in Bremen, Hamburg und andernorts. „Besonders gerührt hat mich die Geschichte einer obdachlosen Frau, die ein „Outfit für gut“ besitzt – damit man ihr die Lebenssituation nicht ansieht“. Es werden übrigens noch weitere Friseure in ganz Deutschland gesucht. Besonders in Norddeutschland und im Osten der Republik fehlen noch Mitglieder. Sie zahlen monatlich 15 Euro oder ganzjährig 180 Euro. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, kann sich telefonisch an Birgit Miller unter 04731/21202 wenden oder weitere Informationen unter www.b-a-b.club einholen.


Artikel vom 30.11.2018

» Leserbrief zu diesem Artikel schreiben
« zurück zur Übersicht

E-PAPER


Aktuelle Ausgabe vom 16.12.2018


Ausgabe lesen


» E-Paper Archiv

BEILAGEN


 


 

WETTER




SITEMAP


Startseite
Nachrichten
Lokales  
Kulturelles  
Titelstory  
Kleinanzeigen
Kleinanzeige aufgeben  
Kontakt
Geschäftsführung  
Anzeigenabteilung  
Redaktion  
Verlagssekreteriat / Kleinanzeigen  
Vertrieb  
Online Medien
E-Paper  
E-Paper Archiv  
Mediadaten
Preisliste  
Technische Angaben  
AGB  
Verbreitungsgebiet  
Zustellung
Austrägerbewerbung  
Zustellreklamationen  
Impressum
Datenschutz  
Widerrufsbelehrung  

PARTNERVERLAGE

Hunte Report Oldenburg   SonntagsZeitung   DasBLV
Cloppenburger Wochenblatt   Sonntagsblatt Vechta  

 

 
Sonntagszeitung Wesermarsch Verlagsgesellschaft mbH · Breite Straße 26 · 26919 Brake · Tel. (04401) 93750 · info@wesermarsch-am-sonntag.de                                    · Impressum