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    16.12.2018 - 18:58 Uhr

  

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 „Die Bühne ist mein Zuhause“

Von Isabel Stübben

 Der 34-jährige Orhan Müstak kam 1995 als Flüchtling nach Berne. Dorthin kehrt der heutige Schauspieler mit dem Ein-Personen-Stück „Dreck“ zurück. Im Gespräch mit der WaS erzählt er von seiner Vergangenheit, seinem Werdegang und seiner Leidenschaft – Der Schauspielerei.


Schauspieler Orhan Müstak zu Gast in Berne.Bild: Urban Ruths (2018)

 Herr Müstak, Sie kommen für eine Vorstellung in die Kulturmühle. Bedeutet Berne für Sie auch Heimat?
Ja. Ich bin 1995 mit meiner Familie nach Deutschland gekommen. Hier waren wir in vielen Unterkünften und lebten auch eine Zeit lang bei meinem Onkel in Hude. In Berne hatten wir unsere erste Wohnung. Dort gegenüber war ein Bolzplatz, auf dem ich einen Großteil meiner Jugend verbrachte. Ich habe dort Freundschaften geschlossen, aber auch Ausgrenzung erlebt. Dennoch bekomme ich jedes Mal ein ganz wohliges Gefühl, wenn ich durch Berne fahre. Es war eine schöne Zeit..
Fiel dort der Startschuss für Ihre Schauspielkarriere?
Das kann man so sagen. 1997 kamen Theaterpädagogen in unsere Schulklasse und machten einen Theaterworkshop. Ich fand es schon damals faszinierend und habe mitbekommen, dass in der Kulturmühle eine Schauspielgruppe ins Leben gerufen werden sollte. Da ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so gut Deutsch sprechen konnte, habe ich mir nur das Datum eingeprägt und bin dort hingegangen. Die Kulturmühle war somit die erste Bühne, auf der ich mit der Schauspielerei in Verbindung kam. 
Sie stehen zurzeit auf dieser Bühne mit dem Ein-Personen-Stück „Dreck“. Worum geht es?
Es handelt von einem Deserteur namens Sad aus dem Irak, der durch Rosenverkauf seinen Lebensunterhalt in Deutschland finanziert und eigentlich nur in der Gesellschaft ankommen will. Er möchte ein Recht auf Leben haben, wird aber immer wieder von der Gesellschaft abgelehnt und mit Fremdenhass konfrontiert. Klar ist das ein sehr kritisches Thema und soll auch zum Nachdenken anregen. Dennoch hat die Inszenierung ebenfalls viel Humor. Es darf an vielen Stellen auch gelacht werden.
Es ist das erste Stück, in dem Sie die ganze Zeit über alleine auf der Bühne stehen. Wie geht es Ihnen damit?
Es ist auf alle Fälle sehr anstrengend. Es gibt niemanden, der mich unterstützen kann, wenn ich mal den Faden verliere. Man muss auch permanent die Energie oben halten, damit das Publikum mitgerissen wird. Es bereitet mir aber auch sehr viel Freude, weil ich ganz individuell auf die Zuschauer eingehen kann und auch mal improvisiere. Der Figurgestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Das macht die Figur, die ich spiele, so facettenreich.
Das Stück ist aus dem Jahr 1992, vor fast 30 Jahren. Gibt es denn trotzdem Parallelen zur heutigen Zeit?
Absolut. Die Problematik war und ist natürlich schwierig. Diese Thematik wird es mit Sicherheit auch noch in den nächsten 30 Jahren geben, wenn sich gewisse Sachen nicht grundlegend ändern. Wir haben das Stück ein wenig neu inszeniert, aber grundsätzlich ist das Thema aktuell.
Sie standen bereits oft vor der Kamera, zum Beispiel in der Anwaltsserie "Danni Lowinski" mit Annette Frier. Bevorzugen Sie die Kamera oder die Bühne?
Es ist wirklich beides ganz toll und schwierig, zu vergleichen. Beim Fernsehdreh stören mich die langen Wartezeiten. Es ist aber sehr spannend, weil man das Ergebnis erst auf der Leinwand beziehungsweise auf dem Bildschirm sieht. Beim Theater ist die Nähe zu dem Publikum das Schöne. Man will die Leute in den Bann ziehen und bekommt unmittelbar die Reaktionen der Zuschauer mit. Der Applaus ist tatsächlich der größte Lohn eines Schauspielers.
Auf welchen Bühnen haben SIe schon gestanden?
Ich war nach Berne in der Gruppe „Splash“ in Lemwerder und von da aus ging es dann nach Oldenburg zum „Rollentausch - am 01. Dezember feiern wir das 20-jährige Bestehen dieser Gruppe. Gleichzeitig war ich für ein Stück im Jugendclub der Kulturetage. Dann stand ich vor 900 Menschen im Staatstheater auf der Bühne. Ich hatte eine Nebenrolle in „Das Dschungelbuch“ und wusste, dass die Schauspielerei genau mein Ding ist. Dort habe ich auch erfahren, dass man Schauspielerei studieren kann. Dann war ich eine Zeit lang beim Theater in Dortmund und habe danach ein paar Jahre in Freiburg gelebt, wo ich „Michael Kohlhaas“ und „Werther“ spielte. Dann folgten die Volksbühne Basel, Landestheater Niedersachsen Nord, das Ohnsorg Theater in Hamburg usw.
Was kommt als nächstes?
Ich gebe immer wieder gerne Workshops für Sozialpädagogen, Studenten, Lehrer und Schüler, die sich mit der Flüchtlingsthematik, dem Theater und oder der Schauspielerei auseinandersetzen. Anfang 2019  übernehme ich dann eine mittelgroße Rolle in der belgischen Fernsehserie „Blackout“. Ganz besonders freue ich mich jetzt aber über meine Vorstellung in Berne am 17. November. Für mich ist es etwas ganz Besonderes auf der Bühne zu stehen, auf der alles anfing. Ich bin gespannt, ob ich dort bekannte Gesichter sehe. Bei einer Aufführung in Oldenburg kamen meine ehemaligen Lehrer und sogar eine Mitarbeiterin der Gemeinde Berne, die mich und meine Familie damals unterstützt hat. Die Woche darauf spiele ich das Stück in der JVA Oldenburg. Ein Freund von mir arbeitet dort und fragte mich, ob ich es aufführen mag. Ich bin gespannt, wie die Insassen das Stück finden werden.


Artikel vom 09.11.2018

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