Nordenham. Es klingt nach Problemen in fernen Ländern, wenn am kommenden Freitag, 1. Februar, die Ausstellung „Landraub – Profit. Macht. Hunger.“ in der Nordenhamer Stadtbibliothek eröffnet wird. Erstellt wurde die Ausstellung vom Verband für Entwicklungspolitik Niedersachen (VEN), nach Nordenham hat sie der Verein Eine-Welt-Nordenham gebracht. In einem Pressegespräch stellten die Vereinsmitglieder Peter Dirichs und Jochen Dudeck die Verbindung zum Verbraucher in Niedersachsen her und welche Möglichkeiten jeder hat, um gegen die Ungerechtigkeiten in Entwicklungsländern vorzugehen.
Gestiegene Nahrungsmittelpreise, die Produktion von Biotreibstoffen, erhöhter Futtermittelbedarf durch zunehmenden Fleischkonsum – dies alles hat laut VEN zu einem „Run auf Ackerboden“ geführt. Ausländische Investoren oder Regierungen kaufen oder pachten in Entwicklungsländern Ackerflächen, gerne auch als Spekulationsobjekt. Laut einer Studie der Weltbank waren es 2009 45 Millionen Hektar. „Die Bauern werden von ihren Feldern getrieben“, sagt Peter Dirichs. „Sie bekommen zwar ein wenig Geld, verlieren aber ihre Lebensgrundlage, verarmen, hungern.“ „Dabei leben dreiviertel der weltweit hungernden Menschen in landwirtschaftlichen Gebieten. Trotzdem hungern sie. Diese Menschen leben in Staaten, die nicht von den Steuern ihrer Bürger leben, sondern vom Rohstoffverkauf. Und in diesem Fall ist der Rohstoff eben Land“, meint Jochen Dudeck.
Die Ausstellung vermittelt anhand von Bild, Text und Filmmaterial die komplexen Zusammenhänge zum Thema Landraub. Es gibt aber auch Lösungsvorschläge und Handlungsmöglichkeiten, was der einzelne Bürger gegen die Ausbeutung der Entwicklungsländer machen kann. Jochen Dudeck nennt einfache Beispiele: „Der mündige Verbraucher muss bereit sein, mehr für sein Essen zu bezahlen. Fleisch aus biologischer Produktion hat nun einmal seinen Preis.“
Weitere Maßnahmen sind: Weniger Auto fahren und die Einhaltung der Menschenrechte bei der Geldanlage. „Man sollte sich bei seiner Bank genau informieren, wo das eigene Geld angelegt wird“, so Dudeck.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu sehen und für Einzelpersonen genauso geeignet wie für Schulklassen. Am 13. Februar können noch Führungen angeboten werden – Interessierte können sich mit dem Leiter der Stadtbücherei, Jochen Dudeck, Telefonnummer 04731/ 923210, in Verbindung setzen. Einen Einführungsvortrag hält am Mittwoch, 6. Februar, um 19 Uhr Uwe Becker von Brot für die Welt.