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 Seefelder Praxis hilft Ärzten in Litauen

 Dr. Peter Malinowski spendet Einrichtung der Johanniter-Auslandshilfe


 Dr. Peter Malinowski, seine Frau Lena und Rolf Krause (Mitte, von rechts) haben zusammen mit ihren Kindern und den Helfern der Johanniter-Auslandshilfe die Praxis-Einrichtung verladen.   Bild: Greiber
Nordenham. Als der Lastwagen der Auslandshilfe des Ortsverbands Nordenham der Johanniter-Unfall-Hilfe voll ist, stehen in der Arztpraxis nur noch der große Empfangstresen, einige Büromöbel und Schränke. „Seit 1845 gab es hier in Seefeld eine Arztpraxis“, sagt Dr. Peter Malinowski. Diese Ära ist jetzt vorbei. Malinowski, seit 1985 in Seefeld tätig, ist in Ruhestand gegangen, einen Nachfolger gibt es nicht. „Ich habe alles versucht, um einen jungen Kollegen zu bewegen, die Arbeit hier fortzusetzen“, sagt er. Er habe sogar angeboten, die komplette Praxis mit allem Zubehör zu verschenken. Ohne Erfolg. Umso mehr freue es ihn, dass zumindest die Einrichtung einem guten Zweck zu Gute kommt.
Die Untersuchungsliegen, Verbandmaterial, Decken, Arztkittel, Babywaagen, Instrumente, Kühlschränke, Blutdruckmessgeräte und vieles mehr nimmt die Johanniter-Auslandshilfe auf ihrem nächsten Hilfstransport mit nach Litauen. „Über unser Mitglied Rainer Gebauer haben wir erfahren, dass die Arztpraxis hier in Seefeld schließt“, berichtet Rolf Krause, Leiter der Johanniter-Auslandshilfe. Er habe angefragt, ob Dr. Malinowski die Einrichtung spenden würde. Der sagte sofort zu. Krause kam vorbei, fotografierte die Einrichtung und schickte die Bilder zu ihrer Dolmetscherin in der Region Panemunis in Litauen. „Die hat sofort geantwortet und gesagt, wir könnten sogar drei Arztpraxen mitbringen. So groß der Bedarf.“
In den Dörfern der Region dort gibt es keine Ärzte. Hin und wieder kommt ein Arzt vorbei und hält seine Sprechstunden in den Dorfgemeinschaftshäuser ab. Die sind dafür natürlich nicht ausgestattet. Die Patienten müssen sich zur Untersuchung auf die Tische legen, es fehlt an Instrumenten und Material. „Diesen Zustand können wir jetzt ein wenig verbessern“, sagt Krause.
Der nächste Hilfstransport der Johanniter-Auslandshilfe Nordenham startete Ende April nach Lettland und Litauen. Ein Teil der Praxis geht zudem an ein Krankenhaus für Lungenkrankein Klaipeda. Dort werden Krankheiten behandelt, die in Deutschland selten vorkommen, zum Beispiel Tuberkulose. Grund sind oft ärmliche Lebensverhältnisse in feuchten, ungeheizten Behausungen. „Das hat es früher hier in der Gegend auch gegeben“, erinnert sich Dr. Malinowski. „Wir nannten es ‚Der nasse Tod‘.“ Jetzt wird mit Teilen der Einrichtung seiner ehemaligen Praxis der nasse Tod in Litauen behandelt.

Artikel vom 06.04.2018




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