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    20.05.2018 - 19:21 Uhr

  

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 „Dat wörn noch Tieden“

 Von Christina Hinrichs

 Willi Repnak aus Burhave feiert Berufsjubiläum – 65 Jahre selbstständig


 Man muss sich nur zu helfen wissen. Willi Repnak mit einem DIN A 4 Blatt zum Thema „Ordnung“, welches ihm seine Tochter in Anspielung auf die von ihm gehegte Sammelleidenschaft geschenkt hat.    Bild: Hinrichs
 Burhave. Eigentlich wollte ich mit Willi Repnak über seine selbst verfassten Geschichten sprechen. Aber erstens kommt es  immer anders. Und zweitens als man denkt. Ich kannte Willi Repnak ja noch gar nicht persönlich. Nur vom Telefon. Und hatte die Rechnung im wahrsten Sinne des Wortes ohne den Wirt gemacht – um bei den Sprichwörtern zu bleiben.
„Willi Karton“ nennen ihn die Leute in Butjadingen. „Weeist Du denn woll, wo dat her kümmt?“ fragt er gleich zu Beginn unserer ersten Begegnung im Kontor. Willi Repnak spricht platt. Ich auch. Und dann beginnt er zu erzählen. Von der Entstehung seines Spitznamens, den er während des Burhaver Karnevals vor vielen Jahren verliehen bekam. Weil in dem damals noch sehr kleinen Geschäft kaum Platz für die Ware war und der Verkauf nur mit Hilfe von Kartons und Regalsystemen funktionierte.
„Oh Gott o Gott“, lacht Willi Repnak und wischt sich beim Erzählen mehrmals die Tränen aus den Augen. „Dat wörn noch Tieden“.
Geboren wurde der gebürtige Infelder im April 1924, die Ausbildung zum „Deutschen Kaufmann“, wie es zu der Zeit hieß,  begann er am 4. April 1938 bei Hans tom Diek in Abbehausen. 15 Mark verdiente er damals als Lehrling, die Arbeitstage waren lang, sieben Tage die Woche.  „Nach nur einem Jahr wurde mein Lehrherr zum Kriegsdienst eingezogen“, erinnert er sich. Da waren dann selbstständiges Denken und Handeln gefragt, um einen erfolgreichen Abschluss zu absolvieren.
Während Willi Repnak erzählt, blättert er in den selbst angelegten Ordnern nach Relikten vergangener Zeiten. Zieht vergilbte Dokumente aus den  akribisch sortierten Klarsichthüllen und liest mir, die weder Sütterlin noch die Altdeutsche Schrift zu lesen vermag, aus seinen Berichtsheften vor.
Nach Beendigung der Lehrzeit wurde der 17jährige Willi selbst Soldat, „ein nicht so schönes Kapitel“, sinniert er kopfschüttelnd. Er hat die  Fronteinsätze im Osten und die Kriegsgefangenschaft er- und überlebt.  „1945 bin ich aus der englischen Gefangenschaft in Dänemark zurück gekehrt und direkt wieder im Textilhaus tom Dieck angefangen“.
Zu tun gab es nach Kriegsende jede Menge. Und gehandelt wurde mit allem, „wat man so brukte“. Willi Repnak reparierte Nähmaschinen und Fahrräder,  lernte nähen, Federbetten zu füllen  und Laufmaschen der Damen-Perlonstrümpfe aufzunehmen.
Im Sommer 1953, vor 65 Jahren, machte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Pachtete das Textilgeschäft von Eduard Heeren an der Butjadinger Straße 51. Auf nur 40 Quadratmetern begann die Berufskarriere des jungen Familienvaters, bis er 1975 das benachbarte Lebensmittelgeschäft von Emil Böttcher kaufte. „Un dor heb ick sietdem mien Geschäft“.
Und dann erzählt Willi Repnak wieder Anekdoten „van freuer“. Und lacht. Kommt „van Höxken up Stöcksken“, greift immer mal wieder zum Ordner, kramt alte Fotos hervor und erzählt neue Geschichte. Erinnert sich an den Kauf seines ersten VW-Käfers, „mit Schiebedack, dormit die Ledder, die ik ton Gardinen uphängen bruckte, uk mit kunn“.
Ehefrau Anna starb vor neun Jahren. Die beiden  Kinder der beiden, ein Junge und ein Mädchen, leben in Oldenburg und Varel.
80 Jahre ist Willi Repnak in seinem Beruf tätig. Selbstständig ist er seit 65 Jahren. Und hat Spaß daran wie eh und je. „Im April wulln wi dorum uk ne Rabatt-Aktion moken. Um us to bedanken bi use Kundschaft för de johrelange Treue“. Ideen zum Jubiläum hat der Kaufmann zur Genüge, „nur kien Tied daför“. Schließlich müsse er jeden Tag ins Geschäft.
Unterstützt wird er von seinen langjährigen Mitarbeiterinnen. Dazu gehört seine ehemalige Auszubildende Frauke Havemann, übrigens die letzte Absolventin von vielen im Textilgeschäft Repnak, und Brigitte Hausburg.
Apropos Schmunzeln: Eigentlich wollte ich ja über die Geschichten erzählen, die Willi Repnak in den vergangenen Jahren zu Papier gebracht und bereits öffentlich vorgelesen hat. Als Mitglied des Rüstringer Heimatbundes beispielsweise und im Museum Nordenham. Aber das ist (m)eine andere Geschichte. 

Artikel vom 09.02.2018




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