
Mussten sich von Sekretärin Birgit Fischer (Mitte) verabschieden: Susanne Schlechter (li.) und Hella Oltmer. Bild: Bolte
Ovelgönne. Von Sekretärin Birgit Fischer musste sich jetzt das Team des Ovelgönner Handwerksmuseum verabschieden. Fischer befand sich zuletzt in einem staatlichen Förderprogramm, das jetzt auslief. Gleichzeitig fehlt dem Museum das Geld, um die Stelle aus eigenem Etat zu finanzieren. Die Folge: Das Sekretariat bleibt bis auf Weiteres unbesetzt. Kommissarisch übernehmen Susanne Schlechter, Leiterin des Handwerksmuseums, sowie Hella Oltmer aus dem Vorstand des Heimat- und Kulturvereins, unter dessen Trägerschaft das Museum steht, die anfallenden Sekretariatsaufgaben.
„Ich wäre wahnsinnig gerne noch länger geblieben“, bedauert Birgit Fischer das Ende ihrer Museumstätigkeit. Zwei Jahre lang war sie vor Ort jeweils 20 Stunden pro Woche tätig und musste sich dabei anfangs auf ganz neuem Gebiet zurechtfinden: „Ich habe vorher fast 20 Jahre als Sachbearbeiterin in der Industrie gearbeitet“, erzählt sie. Preiskalkulation und Telefonakquise gehörten damals zu den Schwerpunkten ihres beruflichen Handelns. Mit der Arbeit im Museum erhielt sie neue Aufgaben – und diese erweiterten zugleich ihre persönliche Sichtweise. „Man geht mit anderen Augen durch die Weltgeschichte, sieht Dinge mit einem anderen Hintergrund und Wissensstand und fragt sich auf einmal, woher ein Gegenstand kommt und welche Geschichte hinter ihm steht“, beschreibt Fischer die beruflichen Einflüsse auf ihr Privatleben.
Auch Susanne Schlechter bedauert das Ende einer „tollen Zusammenarbeit“ und weiß: „Durch den Weggang von Birgit Fischer wird ein Loch gerissen, das wir nur notdürftig stopfen können.“ Birgit Fischer habe viele Aufgaben wahrgenommen, die „hinter den Kulissen stattfinden und nichts mit dem Besucherverkehr zu tun haben“, so Schlechter – angefangen beim Telefondienst und bei der Organisation von Museumsführungen bis hin zur kompletten Buchführung und zum Mitgestalten von Ausstellungsplakaten.
Welche Auswirkungen die Verkleinerung des Museumsteams im Detail zur Folge habe, lasse sich noch nicht sagen, so Schlechter. Klar sei aber schon jetzt, dass sich alles verlangsame und verzögere. Beispielsweise sei damit zu rechnen, dass sich die Eröffnung der geplanten neuen Dauerausstellung im Obergeschoss verschiebe. Auch eine diskutierte Ausdehnung der Öffnungszeiten werde es vorerst nicht geben. „Wir haben hier ein großes Potenzial vom Gebäude her, allerdings fehlt uns die personelle Ausstattung für den Betrieb“, analysiert Schlechter die schwierige Situation des Ovelgönner Museums.
Auch Hella Oltmer sieht den Alltagsbetrieb stark beeinträchtigt: „Gerade in kleinen Häusern ist es wichtig, dass alle Räder gut zusammenarbeiten. Mit Birgit Fischer fehlt uns nun ein sehr wichtiges Rad.“ Für die Zukunft hoffen Schlechter und Oltmer, dass sich ein Sponsor findet, mit dessen finanzieller Unterstützung das Sekretariat wieder besetzt werden kann.